| Großübung: Schwelbrand in Schönburger Silo |
|
|
|
| Samstag, 13. September 2008 | |
|
Vier Personen „gerettet“ - Sieben Löschtrupps in hölzernem Gutshof-Stadel im Einsatz
Drückend schwüle Spätsommerhitze, letzter Vollerntetag bei der Empl’schen Gutsverwaltung, gesamter Fuhr- und Maschinenpark im Großeinsatz. Dann die Katastrophe: Beißend schwarzer Rauch quillt aus dem Firstgebälk des 50 Meter langen Wirtschafts-Stadels, vier Mitarbeiter in höchster Lebensgefahr - dem riesigen Trocknungs- und Silogebäude droht eine gigantische Feuersbrunst. Kurz vor 19 Uhr: Per Handy setzt Verwalter Thomas Hösamer den Notruf ab. Schon wenig später heult die Dorfsirene: Es herrscht Alarmstufe 3 - ein Großbrand ist zu befürchten. Mittels Piepser werden sechs Nachbarwehren verständigt - die Hilfsmaschinerie läuft auf vollen Touren. 19.05 Uhr: Schönburgs Kommandant Georg Rutzinger ist mit seiner Mannschaft rasch an Ort und Stelle, erkundet die Sach- und Gefahrenlage: Vermutlich ein schwerer Kabel- und Schwelbrand im Maschinenraum der Reinigungsanlage mit heftiger Rauchentwicklung. Gefährliche Knisterlaute aus dem hölzernen Dachstuhlgebälk lassen einen Vollbrand befürchten. Knapp zwei Dutzend Getreide-Silos - voll mit etwa 500 Tonnen - stehen auf einsturzgefährdeten Metallträgern. Ohne deren Stabilität bricht auch das riesige Gebäude zusammen. Fachlich fundiertes Handeln ist angesagt. Im Minutentakt treffen die restlichen Löschtrupps aus Eggersham, Weihmörting, Poigham und Kirchham ein - Pocking und Rotthalmünster sogar mit Drehleiter-Fahrzeugen. Dann die klare Entscheidung des Einsatzleiters: „Personen- vor Gebäudeschutz“. Wichtige Soforthilfe leisten fünf Löschfahrzeuge mit insgesamt zehn Kubikmetern Wasser - genug zur Überbrückung der ersten zehn kritischen Minuten. Ortskenntnis - erworben bei früheren Stadel-Begehungen - zahlt sich aus: Ruhig, aber bestimmt weist Kommandant Rutzinger den auswärtigen Hilfstruppen individuelle Einsatz- bzw. Aufgabenbereiche zu und formiert den schweren Atemschutz nach der Devise: „Eigenschutz genießt Priorität“. Mittlerweile steht auch die 300 Meter lange Förderstrecke zum Schönburger Löschhydranten: „Wasser Marsch“ lautet das Kommando. Inzwischen verschärft sich die Lage: Förderband-Durchbrüche bewirken zunehmend starke Rauchentwicklung im gesamten Gebäudetrakt, höchste Eile ist geboten. Insgesamt 18 Atemschutzträger wagen den Angriff - und sind erleichtert: Drei Gutshof-Mitarbeiter - über den Silos mit Kontroll- und Lagermaßnahmen beschäftigt - werden zwar stark hustend, aber körperlich sonst unversehrt ins Freie geleitet. Beim vierten bewährt sich die Pockinger Drehleiter: Punktgenau ausgefahren, gelangt das „Opfer“ über eine Mauer-Luke an die frische Luft. Dann der Feuerwehr-Albtraum: Beide Tragkraftspritzen der zweiten Förderstrecke - gut 600 Meter weit zum Löschweiher nach Kojmühle verlegt - versagen den Dienst. Rutzinger dirigiert um: Aus sieben C-Strahl- und zwei Wendestrahlrohren, montiert auf Drehleiterboxen, prasseln Wassermassen auf den Gebäudetrakt nieder, kühlen die Dachkonstruktion, dämmen allmählich die Rauchschwaden - Feuersbrunst gebannt, Gefahr beseitigt, immense Sachwerte erhalten. Zwar nur eine realitätsnahe Übung, für Pockings Bürgermeister Franz Krah dennoch „ungemein beeindruckend.“ Im Namen aller Bürger zollte er 131 Feuerwehreinsatzkräften „großen Dank und hohe Anerkennung für die Einsatzbereitschaft“. „Flüchtigen Betrachtern fällt meist nicht auf, welch ebenso großes wie schwieriges Gefahrenpotenzial der riesige Gutshof-Stadel samt Getreidetrocknungsanlage und Mega-Silos im Ernstfall birgt“, bündelt Einsatzleiter Rutzinger bei der Abschlussbesprechung seine problematische Aufgabenstellung. Kreisbrandmeister Michael Dörner (Pocking) würdigt den „insgesamt ruhigen Übungsverlauf“, gleichermaßen aber auch „Rutzingers richtigen Entschluss, der Personenrettung klare Priorität“ einzuräumen. In vielerlei Hinsicht äußerst lehr- und aufschlussreich“ - diese positive Übungs-Bilanz zieht Kreisbrandinspektor Peter Högl (Weng) über ein nicht alltägliches Objekt. Noch dazu, als sich der eigentliche Brandherd nicht exakt definieren lässt, im Gebäude auch Gefahrgut gelagert wird und enge Treppen das Verlegen sperriger Wasserschläuche erheblich erschweren. Fällt dabei auch noch eine Förderstrecke infolge Motorschadens bei den Tragkraftspritzen aus, ist umgehende Nachalarmierung weiterer Hilfskräfte erforderlich. Denn: „Nur geballte Kraft hilft im Ernstfall weiter“, zitiert KBI Högl zuletzt eine bewährte Regel. Text: Hans Nöbauer, PNP v. 13.09.2008 An der Übung beteiligten sich: FF Schönburg, FF Eggersham, FF Pocking, FF Weihmörting, FF Poigham, FF Rotthalmünster, FF Kirchham Passau- Land 2, 2/3 |






























